Fuß- und Radbrücke Urania

Der „Mündungssteg“ – Sichtbarmachen des ihn umgebenden Raumes:

DIE BRÜCKE IM RAUM –GESTALTUNG bewusst erlebt

„Unten am Kanal gehen oder radeln wir vom Schwedenplatz Richtung Urania:
Der Weg  ist eben, beschaulich, breit, rechts die Mauer, der Kanal links, ein Geländer wird nicht vermisst;
sobald der Blick auf die Urania fällt, treten Rampen ins Blickfeld, Geländer, Treppen … Dieser Weg, der nach der Urania abrupt in einer Krümmung enden muss: der Wienfluss; liegt vor uns – 
- bisher
 und dann?!
 ein Fußgänger- und Fahrradsteg kann alle diese Linien auffangen und verstärken- in einem  nach oben und in die  Wienufer führenden Bogen führt er ruhig weiter; zeigt auf neue Art dieses schon bestehende Biegen des Ufers; gibt den Blick frei auf wendende Schiffe, auf einen interessanten View der  Radetzky-  und Bahnbrücke;
führt dann wieder hinab – – zu neuen lebenssprühenden Ufern  (Sommer! und Sandstrand)

– ohne mehrfach zeitlichem Interruptus einer aufgeklappten Variante -
Herbst!: setzt diese, an einem Abend völlig im Dunkeln schlafende Ecke auf beiden Ufern der  Flussmündung  neu in Szene durch schlanke Lichtlinien, gezielte und permanente Beleuchtung. 

Die „fließende“ Konstruktion des Steges nimmt sich zurück, schlank und fast unsichtbar, um gleichzeitig damit zu zeigen, was erst heute technisch machbar ist; nichts stört die Ruhe der Bewegung.
Die „Haut“ des Steges schimmert wie ein Fisch unter  Wasser und gibt sanfte Lichtspiegelungen. Gleichzeitig erinnert beim Daraufzugehen die Unterseite an einen Bootsrumpf in dem man geborgen das andere Ufer erreicht.

Bewusst ist hier  keine ähnliche oder aufwändige  Konstruktion vor der Radetzkybrücke, die sonst – bis auf das unerwünschte! Aufklappen – vor der Brücke steht.

Das Geländer transparent- ein Handlauf der den Brückenbogen filigran für den Fußgänger spiegelt.

Die Konstruktion der Brücke  am Ufer verschmilzt nicht mit der Ufermauer zu einem „Betonsockel“ sondern steht eigenständig, selbstbewusst mehrfach auf schlanken, teils schrägen Stützen verschiedener Stärken, wie erforderlich, und lässt die Ufermauer weiterlaufen.

Die Stützen setzen sich vom schimmernden Brückenkörper ab- matt und in verschiedenen Erd- und Pflanzenfarben „wachsen“ sie in eigener Position.

Die schlanke(!)Mittelstütze (1!) – der sensible Teil vor der Radetzkybrücke deckt nicht einmal bei Frontalansicht den Sockel ab. Die Stütze teilt ihn in 2 Teile ( eine frontale Moment(!)aufnahme) und verzweigt sich oben, um wieder Durchblicke zu focussieren..

Beim Vorbeifahren mit dem Schiff oder Wandern über den Steg wird die Situation jeweils neu erlebt.

Ines Bösch


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