sky hotels

Skyhotels of Manhattan
Reiseführer 2007, ./studio3

In unserem Reiseführer finden sie die besten Skyhotels von Manhattan. Lassen sie sich entführen in ein anderes New York.
Diese Hotels sind Essenzen aus den Quartieren in denen sie stehen.
 
Entwurfsprozess / Design

Der Entwurf selbst erfolgt instinktiv, empirisch, abstrakt. Es ist wesentlich einen Leitgedanken – „the initial sketch“ – zu formulieren. F. L. Wright: „Ohne Idee erzeugt man keine Architektur“.
Dieser Leitgedanke muss mit dem Kontext (Baugrund), dem Programm(Inhalt) und vor allem mit den Benutzern (Bauherr) eine Einheit bilden. Jedes Haus und jeder Bauplatz ist eine einzigartige Herausforderung und verlangt totalen Einsatz. Die Idee, der Leitgedanke, ist ein Instrument welches diese Qualitäten verbindet.
Der erste und der wichtigste Parameter des Entwurfes ist der Mensch.(1)
Die Grundlagen für den Entwurf werden aus dem Programm erarbeitet, welches selbst aus Handlungen und Abläufen besteht. Das bedeutet, der Mensch und seine Aktionen (Bewegungsmuster) und die Interaktion mit dem Umfeld bilden den Ausgangspunkt. Der Mensch wird nicht einem System untergeordnet, sondern umgekehrt, das System erweitert seinen Aktionsradius.
Das Gebäude – die Stadt – sind Hyperfunktionen des Menschen. Architektur dient der Transformation derselben(1). Die Multiplikation von Aktionen schafft eine Szene (Handlungsabläufe) die räumlich, dynamisch, zeitlich und rhythmisch differenziert werden kann und unterschiedliche Spannungszustände aufweist. Diese wesentlichen Merkmale kann man sehr gezielt herausarbeiten, in dem man die Handlung abstrahiert – Bewegungsmuster extrahiert und räumlich umsetzt. Der entstehende Raum wird auf einer abstrakten Ebene mit dem Szenario verwoben  und verstärkt nicht nur den Gebrauchswert sondern besonders den emotionalen Bezug des Menschen zum Raum. Es kommt zu einer
Aufwertung des menschlichen Handelns – zu einer Daseinsüberhöhung – und was wesentlich ist – es kommt zu einer „gestalthaften Umsetzung“.
Hans Scharoun: „Das organische Bauen führt zu einer Formgebung, welche eine neue Entfaltung der individuellen Kräfte des Menschen gestattet und sie offenbart diese Kräfte im Vorgang“. Ein Gebäude besteht aus Orten von „Vorgängen“ und nicht aus Funktionen. „Das Lebendige ist ein Geschehensvorgang, kein Seinszustand. Es ist bewegt und
bewegend, nicht starr und tot.“(2)
Körper (Mensch) – Handlung (Aktion) – Körper (Architektur)(3)
Diese Vorgehensweise ist nichts neues. Anonyme Architekten (Urvölker), Architekten und Baumeister gehen seit Jahrtausenden so vor, Beispiele gibt es in allen Epochen. Durch die vielen Nachahmer jedoch wird dieser Umstand verwässert. Nachahmer agieren oberflächlich und modisch, wodurch die wesentlichen Inhalte verloren gehen.

Diskurs

Im März 2005 hatte ich mit Manfred Wolff-Plottegg und Volker Giencke eine Diskussion in Graz, wie denn eine Entwurfsaufgabe durchgeführt werden sollte.
Plottegg: „Ich seh mir weder den Bauplatz an, noch binde ich den Bauherrn in den Entwurf ein. Das halte ich für eine Schwäche“.
Miklautz: „Diese Aussage ist typisch für eine ganze Generation von Architekten. Der Mensch und der Kontext werden ausgeblendet. Die Entwürfe die dabei entstehen sind größtenteils autistisch, spastisch, inhalts- und bezugslos.“
 
Giencke: „Das ist auch das Dilemma vieler Architekten. Da sie sich dem Kontext und dem Bauherrn nicht stellen erhalten sie auch keine Aufträge. Diese werden dann von Generalplanern, Projektentwicklern, Baumeistern, Modul-, Industrie- und Fertigteilbaufirmen ausgeführt – ohne Architekten“.

John Lautner: „The creative process – it’s a sweat. The thing is to be able to hold, and try to pull together, all the possible emotional elements, physical elements, structural elements and nature, and try to pull that into an idea. One idea.
And you have to practise. So since I have been practising that way for 50 years I can do it. But I have better control now than I ever did.“(4)

Form follows movement(1)
Volker Miklautz: „Form follows movement ist für die Entwicklung eines Raumes und für Verankerung eines räumlichen Szenarios unabdingbar. Räume bestehen aus Abläufen und Handlungen. Der Raum ist eine Hyperfunktion des Menschen und eine künstliche Erweiterung individueller Aktionsradien. Gleichzeitig bildet der architektonische Raum eine artifizielle Landschaft, die atmosphärische und tektonische Qualitäten beinhaltet und im Menschen eine emotionale Bindung hervorruft“.
Aus dem Esprit von Manhatten sind ganz eigenwillige Skyhotels entstanden, die sowohl das Lebensgefühl dieser Stadt, als auch die transformativen Fähigkeiten und die Gestaltungskraft ihrer Architekten widerspiegeln. Lassen Sie sich verführen.

Volker Miklautz

(1) Aus „das individualstrukturalistische Manifest“, Manuskript Volker Miklautz 1988©
(2) Aus dem Buch „ARCHITEKTUR-RÄUME“ von Hans Scharoun und Eckehard Janofske, Verlag: Friedr. Vieweg & Sohn, 1984
(3) Aus „the age of the i-struct – Das Zeitalter des Individualstrukturalismus“, Manuskript Volker Miklautz 2001©
(4) Aus dem Buch „JOHN LAUTNER“ von Barbara-Ann Campbell-Lange – Köln : Taschen, 1999


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